Apr 292012
 

Die Festivalsaison steht vor der Tür und wieder werden die Musikverrückten zu hunderten bzw. tausenden sich auf den Weg machen, um ein Wochenende seinen Idolen ganz nah zu sein.
Bei kleinen Festivals mag diese Nähe noch einigermaßen gegeben sein. Aber was macht man, wenn man die Super-Mega-Rock-Pop-Indie-Götter mit ungefähr 15.000 anderen ebenso begeisterten Fans teilen muss?

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Von ganz hinten sich das anschauen? Nein, das ist für einen echten Anhänger der angesagten Newcomer (“endlich mal Live unterwegs”), respektive den zenitüberschreitenden Altstars (“Wird wohl deren letzte Tour, habe ich gehört”) keine Lösung. Ganz vorne rein, ist das Motto.

Aber halt, spätestens um 16:00 Uhr ist der meist abgesperrte Platz vor der Hauptbühne proppevoll. Selbst wenn man da hinein wollte, besteht die Gefahr am Hinteren Wellenbrecher zerdrückt zu werden.
Es bleibt also nichts anderes übrig, frühzeitig sich nach vorne zu begeben. Damit das auch kein Reinfall wird und man kurz vor dem erwarteten Auftritt erschöpft ausfällt gibt es hier die Ultimative Liste der Zehn Dinge die man für einen Tagesaufenthalt vor der Bühne benötigt.

Alles dabei, außer einer Toilette

1. Umhängetasche

Irgendwie klar, oder? Wäre ja dämlich eine Liste hier hin zu schreiben und am Ende steht man voll bepackt da und kann nicht feiern. Aus eigener Erfahrung eignen sich Jutebeutel hervorragend um einen solchen Tag zu überstehen. Das beste ist, häufig gibt es diese sogar kostenfrei als Werbegeschenk auf dem Festivalgelände. Wer noch einen Beutel zu Hause hat, kann sogar mit wenig Kreativität aber einem umso dickeren Edding den Beutel verschönern.

 

2. Getränke

Vorrangig Wasser oder auch Schorlen in einer Größe ab 0,5 Liter. Ja, Bier geht auch, treibt aber umso mehr. Mit einer vollen Blase kann man aber einfach nicht feiern. Wer sich einmal aus dem Moshpit vor der Bühne  entfernen musste weiß, wie lange es dauern kann, um seinen Platz wieder zu bekommen. Das Bier kann man auch später noch trinken. Im Tetrapak kann man meist bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit mit auf das Festivalgelände nehmen und leider wird darin noch kein Bier angeboten.

3. Ohrstöpsel


Ein weiterer Artikel, den die Hardcore-Fans sicherlich zu schnöselig finden. Je nach Festival sind die Dinger wirklich keine Pflicht. Vor den Boxen  stehen zu müssen, schmerzt auch bei Coldplay. Ein weiterer Vorteil ist, dass man  Bands, die einen nicht sooo sehr interessieren, damit auch wunderbar ausblenden kann (wieder Coldplay).
Für Anfänger gibt es Ohrenstöpsel meist auch kostenlos auf dem Festivalgelände. Wer häufiger auf Konzerte geht, sollte über wiederverwendbare Profimusiker Gehörschutz.

4.Kopfbedeckung.

Auf einem Festival ist man meist gut behütet (man denke allein an die Vielzahl von Securitys). Gut betucht sollte man ebenfalls sein, bei den Bierpreisen. Beides ist auch ideal, um sich bei strahlenden Sonnenschein (soll es auf Festivals auch geben) vor einem frühen Ende des Tages zu schützen. Ja, Mutti hat doch häufig recht.
Ein Kopftuch eignet sich hier sehr gut, denn es nimmt nicht viel Platz weg und kann im Notfall auch anderweitig benutzt werden.

5.Obst

Es muss ja nicht immer das obligatorische Essen auf dem Festival sein (asiatisch, Wurst, Döner, etc.) und nicht auf allen Festivals gibt es auch mal etwas … wie soll man sagen, anspruchsvolleres (Ausnahme siehe hier). Wenn man vor der Centerstage steht, ist ein Ausflug zu den Fressständen sowieso meist nicht ohne weiteres Möglich. Also einfach wenn der kleine Hummer kommt, in die Tasche gegriffen und einen Apfel oder eine Banane (Achtung, werden schnell matschig) kurz verspeist und es kann weiter gehen.

6. Feuchttücher
Die Allzweckwaffe! Egal ob “Händewaschen”, Brille putzen oder Schweiß, Blut und andere Körperflüssigkeiten wegwischen (“Ei, Blut, Kakao”), die Tücher kann man immer gebrauchen. Auch wenn es komisch aussieht, wenn ein Kuttenträger in der Drogerie die Babyfeuchttücher auf das Kassierband legt, die Tücher sind einfach multifunktionell. Vielleicht kommt ja irgendwann der FC St. Pauli drauf und bringt die Dinger in Schwarz mit Jolly Rodgers Emblem als Fanartikel auf den Markt.

7.Traubenzucker

Der Energiekick für zwischendurch. Um noch einmal die umsorgende Mutter raus zu lassen. Genug trinken und gut auf die Elektrolyte aufpassen (“Herr Lehmann” lässt grüßen), dann steht man einen Tag eigentlich gut durch. Da gerade auf großen Festivals (R.a.R., R.i.P, Southside oder Hurricane) das Wetter eine Kapriole nach der anderen schlägt, muss man mit allem rechnen. Mit einem oder zwei Riegeln voll C6H12O6 steht man sie aber alle durch. Achtung bei gleichzeitigem Alkoholkonsum, denn der Zucker transportiert das Zeug direkt ins Blut!

8. Regencape
Das eben beschriebene Phänomen des Festivalwetters bedarf auch eine Vorbereitung für den Fall des Regenschauers. So ein Regenguss kündigt sich meist 10 Minuten an, kommt dann mit aller Macht runter und ist sogleich auch wieder vorbei. Gut wer dann einfach in sein Regencape überziehen und in Neonfarben zur angesagten Death- oder Doom Metal Band abrocken kann. Auch hier kann man aber meist auf dem Festivalgelände Gratis Ponchos zurückgreifen. Diese halten im Normalfall nur ein Festival aus, man soll sie aber auch in schwarz bekommen können. Von Hello-Kittie-Motiven ist jedoch abzuraten (#fail).

9. Einwegkamera

Als alter Liebhaber des analogen muss ich hier natürlich auf die gute alte Einwegkamera hinweisen. Ja, ich weiß, selbst das grottigste Mobiltelefon macht wahrscheinlich bessere Bilder aber es geht nichts über das gespannte Warten auf die verwackelten Schnappschüsse. Oftmals ergeben sich hier Aufnahmen voll einzigartiger Skurrilität. Vorteil der Einwegkameras ist, dass wenn man sie verliert man am Ende keine Bilder hat aber noch alle Adressen und Telefonnummern hat. Nachteil der Kameras ist, dass man mit ihnen nicht telefonieren kann. Kleiner Tipp am Rande: wer mit mehreren Leuten auf einem Festival unterwegs ist, kauft sich gleich eine Handvoll der Dinger und tauscht sie regelmäßig untereinander aus. Auch hier ist das Ergebnis selbst nüchtern betrachtet sehr lustig.

10. Pflaster
Last, but not least ein weiterer kleiner Helfer für den Tag vor der Bühne. Kratzer, ausgerissene Ohrringe oder Löcher im Regencape? Mit einem Streifen Heftpflaster bekommt man alles wieder dicht. Als kleiner Bruder des guten alten Gaffa-Tapes (dazu mehr in meinem nächsten Bericht) ist das Pflaster stets ein treuer Begleiter eines jeden Festivallisten.

Was kommt noch in die Tüte?

Der Beutel sollte nun noch lange nicht voll sein und hat noch Platz für weitere persönliche Dinge, wie Merchandise Artikel, T-Shirts oder Handyladekabel.

Wenn euch noch etwas wichtiges Fehlen sollte, postet es doch einfach in die Kommentare, es würde mich freuen.

 

Extra-Tipp! Wenn man sich schon sehr früh vor der Bühne positioniert,  kann man hin und wieder wahre Perlen auf der Bühne entdecken. Zwar mutet es oft merkwürdig an, morgens um 11:30 mit zehn anderen zu noch unbekannter Musik abzurocken, man kann dabei aber wirklich gute Musik entdeckt. Vielleicht hätte ich dadurch bis heute nichts von Danko Jones oder CKY gehört.

  One Response to “10 Dinge, um den Festivaltag zu überstehen”

  1. Super Artikel!
    Da bekommt man echt bock auf die Festival-Saison!

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